Der Hausbesuch

hausbesuchDie Hausbesuche basieren auf dem Konzept des Modelllernens, d.h. eine als Vorbild geeignete und von den Eltern akzeptierte Person (Hausbesucherin) führt das zu lernende Verhalten im häuslichen Umfeld vor. Positive Reaktionen, z.B. des Kindes auf das Verhalten, wirken als Belohnung und führen mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass die Lernenden (Eltern) dieses Verhalten in ihr eigenes Verhaltensrepertoire übernehmen.

Eine Verstärkung dieses Verhaltens führt zu einer Verfestigung der neuen Verhaltensmuster.

Erstes Programmjahr - Modellphase

Die Hausbesuche finden im ersten Programmjahr wöchentlich mit einer Dauer von jeweils etwa 30 Minuten statt.

  • Die Hausbesucherin spielt mit dem Kind.
  • Die Mutter / der Vater schaut zu, kann Fragen stellen, um Erklärungen bitten.
  • Im Anschluss spielt die Mutter / der Vater die gleiche Aktivität mit dem Kind wie die Hausbesucherin.
  • Diese beobachtet die Spielsituation, gibt bei Bedarf Hinweise und Hilfestellungen und antwortet auf Fragen der Eltern beziehungsweise klärt Unsicherheiten vonseiten der Eltern.
  • Die Eltern erhalten in den ersten 10 Wochen pro Hausbesuch eine Spielaktivität angeboten. Dies erhöht sich später auf 2 Aktivitäten.
  • Die Arbeitsmaterialien bestehen aus Arbeitsblättern für die Eltern und Spielmaterialien für die Kinder.

Der Schwerpunkt der Arbeit der Hausbesucherinnen liegt, neben dem Aufbau eines stabilen Vertrauensverhältnisses, auf der Initiierung des gewünschten Verhaltens.

Die Eltern erhalten die Aufgabe, bis zum nächsten Hausbesuch täglich etwa 10 – 15 Minuten mit dem Kind zu spielen, und zwar in der Art und Weise wie im Hausbesuch.

Zweites Programmjahr – Verstärkungsphase

In dieser Phase ändert sich die Rolle der Hausbesucherin

zweites_programmjahr

  • Sie spielt die jeweilige Spielsituation den Eltern immer weniger vor. Sie erläutert immer mehr nur das entsprechende Arbeitsblatt den Eltern.
  • Mutter oder Vater spielen die Aktivität mit dem Kind zusammen.
  • Die Hausbesucherin sieht zu und gibt bei Bedarf Hinweise und Unterstützung, beantwortet Fragen, verstärkt erwünschtes Verhalten.
  • Pro Hausbesuch erhalten die Eltern jetzt drei verschiedene Spielaktivitäten, die sie während der Woche mit dem Kind spielen können.
  • Eine der drei Aktivitäten wird die Mutter / der Vater der Hausbesucherin beim nächsten Hausbesuch „vorspielen“.
  • Das bereits erworbene neue Verhaltensrepertoire der Eltern wird immer weiter ausdifferenziert und gefestigt.
  • Die Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Eltern wird immer mehr betont und eingefordert.
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